Augustiner-Chorherrenstift um fünf Ausstellungsstücke reicher

Chiemsee – Das Augustiner-Chorherrenstift auf Herrenchiemsee, auch Altes Schloss genannt, ist um fünf Ausstellungsstücke aus dem 16. und 17. Jahrhundert reicher: Ab sofort präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung dort Porträts der Herrenchiemseer Dompröpste Ulrich Mengelschrol, Ulrich Stocker und Martin Burckhard, des Chorherrn Johann Baptist Dyrr und eines Bischofs von Chiemsee, Johann Franz von Preysing (im Amt 1670 bis 1687).

Das 1672 von Franz de Neve gemalte Bischofsporträt stellt eine Dauerleihgabe der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee e.V. dar, die schon etliche historische Stücke aus Dom und Kloster als Dauerleihgaben dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Die vier Porträts der Dompröpste und des Chorherrn sind Dauerleihgaben des Diözesanmuseums der Erzdiözese München und Freising und wurden auf Kosten der Freunde von Herrenchiemsee restauriert.

Die fünf Gemälde sind wichtige Zeugnisse der Geschichte des Augustiner-Chorherrenstifts: Sie berichten vom Status Herrenchiemsees als Bischofssitz und zeigen den Bischof und seine Vertreter, die Vorsitzenden des Domkapitels.

In ihrer Zeit konnten die Herren bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. Das Kloster Herrenchiemsee wurde um 640 gegründet und ist damit Bayerns erstes und ältestes Kloster. Nach Zerstörungen wurde es 1125 als Augustiner-Chorherrenstift wiederbelebt.

Das Bistum Chiemsee wurde 1216 durch den Salzburger Erzbischof Eberhard von Regensberg als Suffraganbistum begründet. Der Bischof von Chiemsee war Lehensmann des Erzbischofs von Salzburg und wurde von diesem nominiert, konfirmiert, konsekriert und investiert.

Dadurch fungierte der Chiemseer Bischof als persönlicher Weihbischof des Erzbischofs, von dem er auch weitere Aufgaben auferlegt bekam. Die Augustiner-Chorherren des Klosters Herrenchiemsee bildeten das neue Domkapitel, aus Chorherren wurden also Domherren, und der Stiftspropst wurde zum Dompropst, der zugleich Archidiakon der Diözese war und territoriale Verwaltung und Gerichtsbarkeit ausübte.

Als Folge der Säkularisation in Bayern wurden das Augustiner-Chorherrenstift 1803 und das Bistum Chiemsee 1808 aufgelöst. Kirche, Kloster und Insel wurden an Private verkauft und wechselten mehrfach die Besitzer. Dadurch wurde auch die Ausstattung von Dom und Kloster weit verstreut. So sehen es Experten als einen wichtigen Zuwachs, dass die fünf historischen Gemälde nun wieder im Museum des Alten Schlosses präsentiert werden können.

Quelle: https://www.ovb-online.de/rosenheim/augustiner-chorherrenstift-fuenf-ausstellungsstuecke-reicher-9387603.html

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